Autor Thema: Initiative Kulturgut-Mobilität  (Gelesen 35628 mal)

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Noch immer keine Entwarnung an der „Feinstaubfront“
« Antwort #10 am: Fr.13.Jul 2007/ 23:21:48 »
Wir kommen nicht zu Ruhe! Es will der Politik einfach nicht gelingen, einen pragmatischen und für alle Beteiligten tragfähigen Kompromiß zu erarbeiten. Stattdessen jagt sie uns weiterhin durch ein Wechselbad der Gefühle, durch einen unerträglichen Zustand zwischen hoffen und bangen.
 
Mittlerweile ist klar, daß Benziner mit einem Kat der ersten Generation eine grüne Plakette zugeteilt bekommen und somit durch die Fahrverbotszonen fahren dürfen. Es bleiben somit nur noch die ohne Kat übrig und darunter fallen die meisten unserer historischen Fahrzeuge. Noch immer will man in den Etagen politischer Entscheidungsträger nicht einsehen, daß diese, überwiegend saisonal und ausserhalb von Ballungszentren gefahrenen Fahrzeuge, mengenmäßig (und somit schadstofftechnisch) derart irrelevant sind, daß man ihnen auch gleich die ungehinderte Fahrt durch die Fahrverbotszone zugestehen kann – ohne unnötige Auflagen, die den Bürokratismus nur fördern, anstatt ihn in Deutschland endlich einzudämmen, bzw. idealerweise abzubauen. Stattdessen hört man aus Berlin, daß die rot-rote Regierung dort  modernen Ablasshandel betreiben möchte, mit der jüngst verabschiedeten Gebührenordnung.
 
Die Berliner Morgenpost schreibt in ihrer Online-Ausgabe vom 03.07.07 (Auszug):
„Wer ein altes Auto besitzt, das zu viele Schadstoffe ausstößt und deswegen keine Plakette erhält, muß für eine Ausnahmegenehmigung bis zu 1000 Euro zahlen.“ Und weiter „Die Höhe der Gebühren richtet sich nach dem wirtschaftlichen Nutzen, den der Autobesitzer dadurch hat, daß er keinen neuen Wagen kauft, sondern sein altes Auto weiterfährt. Hinzu kommen eine Verwaltungsgebühr und die Dauer der Ausnahmegenehmigung.“
Diesen Satz darf man sich ruhig ein zweites Mal durchlesen. Ich finde, er offenbart genau die Absicht, die hinter dieser ganzen Bürgergängelung steckt: Neuwagenabsatz! Prinzipiell könnten wir froh sein, daß der Berliner Senat endlich die Katze aus dem Sack gelassen und seine wahren Beweggründe offengelegt hat, andererseits ist das eine Ungeheuerlichkeit, die seinesgleichen sucht. Wenn Sie nicht in der Lage sind, in einen anderen Wagen zu investieren, werden Sie dafür doppelt gestraft. Einmal mit der politischen Ächtung ob Ihrer Finanzsituation einerseits und mit der Abstrafung der Art des Genusses eines „geldwerten Vorteils“ andererseits. Wen wundert es, daß da manchem Mitbürger der Appetit vergeht?
 
Daß der Senat macht auch vor Behinderten nicht halt macht,  beweist ein weiteres Zitat aus der Online-Ausgabe der Berliner Morgenpost vom 03.07.07:
„Wer als Schwerbehinderte ein altes Auto besitzt und sich kein neues anschaffen kann, muß für eine Fahrerlaubnis ebenfalls 165,20 Euro zahlen. Voraussetzung ist ein gültiger Behindertenausweis mit Merkzeichen „G“ oder ein EU-Parkausweis für gleichgestellte. Diese Ausnahmegenehmigung ist dann, wie bei Pendlern, für eineinhalb Jahre gültig.“
Soweit mir bekannt ist, sind Behindertenfahrzeuge teilweise speziell umgerüstet und somit entsprechend teurer als „normale“ PKW. Eine möglichst lange Nutzung dieser Fahrzeuge lag bei Anschaffung sicher im Interesse des Käufers, zumal diese Autos nicht an „jeder Ecke“ zu bekommen sind. Ein einfacher Austausch ist somit für die Betroffenen nicht realisierbar, von der entsprechenden finanziellen Mehrbelastung durch die Umrüstung abgesehen. Daran ändert auch die großzügig eingeräumte eineinhalbjährige Frist nichts. Da mutet der Ausspruch Manuela Damianakis’, Sprecherin der Stadtentwicklungsverwaltung fast schon wie Hohn an, die ebenfalls in der Onlineausgabe der Berliner Morgenpost vom 03.07.07 sagt:
„Sinn der Gebühren ist nicht, daß der Senat damit Geld verdient. Wir wollen, daß möglichst wenige alte Autos mit hohem Schadstoffausstoß in die Innenstadt fahren.“
Mit Verlaub, sonderlich glaubwürdig klingt das nicht, wenn man sich den Gebührenkatalog zu Gemüte führt.
 
Selbstverständlich hält man auch bei den Oldtimern die Hand auf, nachdem man sie offenbar mit der Beschränkung auf 700 Kilometern pro Jahr nicht genug gestraft hat. Die Ausnahmegenehmigung soll hier (wenigstens einmalig) 100 Euro betragen. Sollte Frau Damianakis’ Ausspruch glaubhaft sein, frage ich mich, wozu 100 Euro fällig werden, wenn man in Berlin ohnehin schon die Bewegungsfreiheit der Oldtimer auf 700 Kilometer (nicht zu vergessen, die weitere Beschränkung auf 500 Kilometer, nach zwei Jahren), verbunden mit der Führung eines Fahrtenbuches, eingeschränkt hat. Prompt regt sich von Seiten der Grünen Protest an dem „geringen“ Betrag, den der Oldtimerbesitzer zu bezahlen hat. Die Grünen-Verkehrsexpertin Claudia Hämmerling kritisiert, ebenfalls in der Onlineausgabe der Berliner Morgenpost vom 03.07.07 (Zitat):
„Liebhaber, die mit ihrem alten Auto in die Innenstadt fahren wollen, sollten höhere Gebühren für ihr Hobby zahlen.“
Liebe Frau Hämmerling, Ihnen ist offenbar nicht bekannt, in welchem Maße der Oldtimerbesitzer sich am Bruttosozialprodukt der BRD beteiligt. Ich empfehle die Lektüre der FIVA-Studie, die genau dieses ermittelt und die Bedeutung des Oldtimerhobbies in der Wirtschaft aufgezeigt hat.
 
Wie unnachgiebig die Haltung der SPD in der Frage von Ausnahmegenehmigungen für Oldtimer ist, offenbart deren Pressemeldung Nr.566 vom 05.07.07 mit dem Titel „Keine generelle Ausnahme für Oldtimer bei Feinstaub-Fahrverboten“, in denen die Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Annette Faße, sowie die zuständige Berichterstatterin der Arbeitsgruppe Verkehr, Bau und Stadtentwicklung der SPD-Bundestagsfraktion, Rita Schwarzelühr-Sutter preisgeben (Auszug):
„Eine bundesweite Ausnahmeregelung für Oldtimer ist nicht sinnvoll. Ob und wie die Oldtimer von den Feinstaub-Fahrverboten ausgenommen werden, entscheiden die zuständigen Städte und Gemeinden unter Berücksichtigung der jeweiligen speziellen Situation und Immissionsbelastung. Sie kennen die Situation vor Ort und haben entsprechend der EU-Luftreinhalteverordnung Umweltzonen ausgewiesen. Wir wollen nicht den Oldtimer-Fans den Spaß vermiesen, aber auch nicht den Freizeitspaß über den Gesundheitsschutz der Anwohner stellen (bei den Motorrädern, die nachgewiesenermaßen als Freizeitmobile anerkannt sind, scheint das wohl keine Rolle zu spielen – Anm.d.Verf.).“ und weiter „Das öffentliche Interesse an Luftreinhaltung überwiegt dem individuellen Interesse. Für Fahrten zum Zwecke der Reparatur oder Wartung der Oldtimer, aber auch für die Fahrten zu Ausflügen am Wochenende können die Kommunen die Fahrzeuge vom Fahrverbot befreien. Diese Möglichkeiten sind völlig ausreichend. Eine generelle bundesweite Ausnahmeregelung für Oldtimer ist überflüssig.“
Das bedeutet, daß wir mit einem gefährlichen Flickenteppich zu rechnen haben, da nun jede Kommune entscheiden darf, ob und zu welchen Bedingungen sie Oldtimer durch die Stadt fahren lässt. Am besten ist es, die Städte, die Oldtimer aussperren möchten, konsequent zu ignorieren und die Wirtschaftskraft aufgeschlosseneren Gemeinden zukommen zu lassen. Zugegebenermaßen löst diese Vorgehensweise nicht das Problem der Anwohner, die noch immer nicht wissen, wie sie ihr Fahrzeug aus der Fahrverbotszone raus und wieder hineinbekommen. Wären wir Oldtimerbesitzer tatsächlich so gut begütert, wie manche Politiker von uns denken, sollten wir uns alle je einen Porsche Cayenne zulegen und unsere historischen Fahrzeuge auf dem Anhänger durch die Innenstadt fahren. Da jedoch die meisten von uns für ihr Geld täglich hart arbeiten müssen, bleibt nur die Hoffnung auf Einsicht der Politik, mit dieser „Abstrafungsaktion“ nichts bewirken zu können.
 
A pro pos Hoffnung: Der brandenburgische CDU-Abgeordnete Jens Koeppen, macht unaufhörlich auf den Unfug dieser ganzen Verordnung aufmerksam. Mittlerweile dürfte auch er sich wie Cassandra in der Wüste vorkommen, doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. In seiner letzten Pressemitteilung vom 06.07.07 mit dem Titel „Rot-roter Bürokratiewahn einmal mehr gegen die Bürger gerichtet“ geht er mit dem Senat hart ins Gericht:
„Ich bin entsetzt über diese Regelungen. Einmal mehr bestätigt sich, was ich seit Monaten deutlich zu machen versuche: Es geht hier nicht um den Schutz der Umwelt, sondern um die Befriedigung bürokratischer und bürgerfeindlicher Ideologien. Was der rot-rote Senat hier angerichtet hat, wird zahlreiche kleine Handwerksbetriebe in ihrer Existenz bedrohen, wird Anwohner faktisch enteignen, den Tourismus schädigen und Investitionen verhindern. Nur eines wird nicht erreicht: die Senkung der Feinstaubbelastung, denn die hat weder mit dem inneren S-Bahn-Ring zu tun, noch ist sie im Sommer ein Problem, wenn etwa die Oldtimer unterwegs sind. Die weitaus größte Feinstaubquelle Berlins sind auswärtige Kohlekraftwerke und dann vorrangig im Winter.
 
Die Höhe der Gebühren sprengt selbst die böswilligste Vorstellungskraft. Wer hier behauptet, es ginge nicht darum, den Bürger zu schröpfen, spricht schlicht die Unwahrheit. Wenn ein Kleinunternehmer für eine Ausnahmegenehmigung über 400 Euro zahlen muß, grenzt das an staatlich organisierte Wegelagerei. Ein Oldtimerbesitzer zahlt 100 Euro dafür, daß er ein Fahrtenbuch führen „darf“ und nach 700 km im Jahr aus der Stadt verbannt wird. Ein Bürger muß dem Amt nachweisen, daß eine Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel unzumutbar wäre, und wenn er Glück hat, „begnadigt“ ihn der Beamte – Berlin auf dem Weg in die Bananenrepublik!
 
Eine solche Realität ist schlimmer als jeder Alptraum und hat mit verantwortungsvoller Politik nichts, aber auch gar nichts, gemein. Die Sozialdemokraten in Berlin zeigen einmal mehr, daß sie weder sozial noch demokratisch orientiert sind. Schlimm finde ich, daß auch die Bundes-SPD trotz zahlreicher sinnvoller Vorschläge meiner Fraktion diese Abstrafungsaktionen verrückt gewordener Lokalideologen unterstützt. Auch Minister Gabriel sieht leider keinen Handlungsbedarf. Mir scheint, die Vernunft und die Betrachtung der Fakten sind in dieser Debatte lange verloren gegangen. Spätestens seit die SED-Nachfolgepartei, neuerdings „Die Linke“, sich als Umweltschutzpartei profilieren möchte und allzu gern vergisst, daß ihre Genossen über Jahrzehnte die gesamte ehemalige DDR in schlimmster Weise und auf Jahre hinaus verseucht haben, ist mir klar geworden, worum es hier eigentlich geht: Um eine wirtschaftsfeindliche Ideologie übelster Sorte und um arrogante Bürgerfeindlichkeit, die ihresgleichen sucht. Als zuständiger Berichterstatter für die CDU/CSU im Umweltausschuß des Deutschen Bundestages distanziere ich mich klar von derartigen Maßnahmen, die der Umwelt nichts nützen und den Bürgern schaden. Ich appelliere insbesondere an die SPD, sich diese unselige Boshaftigkeit gegenüber den Menschen in Berlin und anderswo noch einmal gründlich zu überlegen. Jens Koeppen, MdB“
 
Man mag geneigt sein, diese Zeilen als parteipolitisches Kalkül werten zu wollen, doch im Kern hat Jens Koeppen mit seiner Anklage völlig Recht. Wir alle müssen weiterhin versuchen, bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf den ganzen Unfug dieser Verordnung aufmerksam zu machen. In diesem Newsletter befinden sich genug Informationen, um sich auf ein Gespräch mit Betroffenen einzulassen und sich auszutauschen.
 
Die SPD befindet sich, den Umfragen nach, auf einem Tiefstand – ob sich die momentan betriebene Politik wohl auch unter den zahlreichen, von den Fahrverboten Betroffenen bereits herumgesprochen hat?
 
Am 09.09.07 findet in Büdingen die zentrale Veranstaltung der Initiative „Kulturgut Mobilität“ in Kooperation mit der FIVA und der Deutschen Fachwerkstraße statt, die unter dem Motto „Tag des offenen Denkmals – Oldtimer erLeben“ steht. An diesem besonderen Tag sollen bundesweit Denkmale aufgesucht werden um die perfekte Symbiose von immobilen und mobilen Kulturgütern zu demonstrieren. Je mehr Oldtimerfahrer sich dieser Aktion anschließen, umso größer ist die zu erwartende Breitenwirkung in der Öffentlichkeit. Dieser besondere Tag bietet uns allen einmal mehr die Gelegenheit, unserer Zeitzeugen historischer Mobilität als Sympathieträger darzustellen, Flugblätter zu verteilen und mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Achten Sie bitte diesbezüglich auf die Vorankündigungen in den einschlägigen Zeitschriften, sowie auf der Internetseite der Initiative „Kulturgut Mobilität“.
 
Wir sehen uns in Büdingen!
 
Beste Grüße aus Schwaben,
Ihr
Mario De Rosa

Links zu den Zitaten:

http://www.morgenpost.de/desk/994923.html
http://www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_dok/0,,41549,00.html
http://www.jens-koeppen.de/

Offline Scheika

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Re: Noch immer keine Entwarnung an der „Feinstaubfront“
« Antwort #11 am: So.15.Jul 2007/ 15:13:51 »
Hallo,

Die Berliner Morgenpost schreibt in ihrer Online-Ausgabe vom 03.07.07 (Auszug):
„Wer ein altes Auto besitzt, das zu viele Schadstoffe ausstößt und deswegen keine Plakette erhält, muß für eine Ausnahmegenehmigung bis zu 1000 Euro zahlen.“ Und weiter „Die Höhe der Gebühren richtet sich nach dem wirtschaftlichen Nutzen, den der Autobesitzer dadurch hat, daß er keinen neuen Wagen kauft, sondern sein altes Auto weiterfährt. Hinzu kommen eine Verwaltungsgebühr und die Dauer der Ausnahmegenehmigung.“

Das bringen die fertig!

Konsequenz:

1) Da jeder Antrag eine Einzelfallenscheidung ist, kann der Steuerzahler wieder einmal ein paar neue Verwaltungsangestellte finanzieren (die in neuen beheizten Büroflächen sitzen und fleissig den Feinstaub produzieren, den sie verhindern sollen).

2) Paul Neureich, der neben seinem(n) Oldtimer(n) noch einen oder mehrere Neuwagen besitzt, hat null wirtschaftlichen Vorteil und zahlt damit keine oder nur geringe Gebühren.

Einige der Herren aus der Politik haben dank ihres steuerfinanzierten Dienstwagens ebenfalls keinen "wirtschaftlichen Vorteil" und sind damit ebenfalls fein raus.

 :+++ , nur immer weiter so!

Viele Grüße

Axel

Offline Peter. J. Ortmann

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Re: Initiative Kulturgut-Mobilität
« Antwort #12 am: Mo.16.Jul 2007/ 12:37:05 »
Ja und? Wozu die aufregung. Es geht nicht um gründe oder beweise, sondern um einstellungen. Unser Kimaführer Gabriel hat's doch neulich erst gesagt: Klima-Cent (damit die eisbären nicht ertrinken und so). 

Die art und weise wie politik gemacht und durchgesetzt wird läßt die wirkungen der massenpsychose nachvollziehen, so wie zuletzt in den 30er jahren. 

Prost Klima!

« Letzte Änderung: Mi.18.Jul 2007/ 09:58:23 von Dietrich »
Six Six

Offline Marcel

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Re: Initiative Kulturgut-Mobilität
« Antwort #13 am: Di.17.Jul 2007/ 11:00:12 »
Hallo Peter,

rettet die Eisbären - die Norweger haben es vorgemacht wie es geht. Als die Walfänger auf der Antarktis von Walfleisch die Schnauze voll hatten,haben sie sich kurzerhand ein Rudel Rentiere auf dem Schiff nach Südgeorgien genommen. Der erste Wurf hat das zwar nicht überlebt, aber seitdem halten die Rentiere da unten tapfer die Stellung.
Also 100 Eisbären ans andere Ende der Welt - und schon haben sie festen Boden unter den Füßen. Robben gibt's da auch - und Pinguine haben einen Feind mehr.

Viele Grüße,

Marcel.
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Offline JagDriver

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Re: Initiative Kulturgut-Mobilität
« Antwort #14 am: Di.17.Jul 2007/ 13:49:48 »
Hallo Marcel,

nicht heimische Tiere in 'fremder' Umgebung auszusetzen bzw. frei zu lassen ist in der Vergangenheit immer schön kräftig schief gegangen (z.B. Kamele in AUS, Opossums in NZ, Ziegen in der Sahelzone, etc., etc.) .

Das Gleichgewicht ist meist irreparabel nach solchen Eingriffen gestört. :gr_bad*

Gruß
Detlef
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Offline freeman04

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Re: Initiative Kulturgut-Mobilität
« Antwort #15 am: Di.17.Jul 2007/ 13:55:12 »
das verstehe ich nun nicht ????

die einen habe ne Eisbärenplage und keine Schollen mehr über
die anderen haben ne Pinguinplage

da führt man die zusammen und Problem erledigt

wie würde Tommy sagen

Hubraum statt Eisbären

Darauf einen Dujardin
Denn der Fehler liegt im Anfang, und der Anfang, heißt es, ist die Hälfte des Ganzen, so daß also auch ein kleiner Fehler im Beginn entsprechend große Fehler im weiteren Verlauf zur Folge hat.

Offline Marcel

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Re: Initiative Kulturgut-Mobilität
« Antwort #16 am: Di.17.Jul 2007/ 14:52:59 »
Hallo Detlef,

mein Eintrag war auch nicht so ernst gemeint, wie er rüber kam. Es sollte ehr als Stammtischlösung für die Rettung des Eisbärs klingen.
Aber Fakt ist, daß die Gletscher auf der Südhalbkugel zunehmen - und auf der Nordhalbkugel das Eis schmilzt. Eisbären werden wohl nur im Norden Kanadas und Grönlands anzutreffen sein - wenn wirklich so viel Eis verschwindet wie gewisse Klimaforscher prognostizieren. Und natürlich im Zoo.
Wenn man Eisbären auf die Antarktis bringt, stört man dort unten das natürliche Gleichgewicht - zumindest für ein paar Jahre. Keine Ahnung wie sich dann die Pinguinbestände entwickeln und wie weit der Eisbär Richtung Feuerland vordringen wird.
Die Norweger haben aber vor gut 100 Jahren Rentiere dort unten angesiedelt - und die haben bis heute überlebt. .

Viele Grüße,

Marcel.

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Offline Dietrich

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Re: Initiative Kulturgut-Mobilität
« Antwort #17 am: Di.17.Jul 2007/ 16:23:21 »
Gents,

bitte bleibt beim Thema.....

kind regards
Dietrich

Offline freeman04

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Re: Initiative Kulturgut-Mobilität
« Antwort #18 am: Mi.18.Jul 2007/ 13:08:09 »
Ok
mal zurück zum Thema Feinstaub

Ich finfe es immer wieder spannend, wie eine Diskussion in der Politik aus den hinteren Bänken angestossen wird und dann zum grossen Thema hochstilisiert wird, vevor der politische Gegner das Thema okupiert.

politischer Aktionismus steht dabie wie immer im Vordergrund

Fakten werden dabei in aller Regel nicht beachtet oder verdreht

kommen wir zu Fakten

Fakt 1

der Anteil des Individualverkehrs (PKW und(!) LKW) am emitierten Feinstaub beträgt in Deutschland 7%

Es wäre doch mal spannend, den Anteil der Feinstaubproduktion aller in Deutschland zugelassenen Old- und Youngtimer bei einer unterstellten Fahrleistung von 5000 km pro Jahr zi errechnen.
Damit wird dann sicherlich klar über welche Peanuts hier eigentlich auf Kosten des Steuerzahlers gestritten wird.

Fakt 2

Wenn wir uns denn um die Reduzierung der oben angeführten 7% (!!) so intensiv kümmern müssen, so ist der 1. Ansatz logischerweise in Verkehrsbewegungen zu sehen, die einem kalkulierbaren Rhytmus folgen.

- Berufsverkehr
- Güterverkehr

in beiden Fällen ist die Regierung schon lange gefordert Infrastrukturen zu bilden, die exakt diese beiden "Problemfälle" lösen.

Lösungsmittelvorschlag seit etwa 20 Jahren in beiden Fällen ist die ehemalige Bundesbahn

Diese widerum hat sich um Vieles gekümmert nur nicht um Lösungen  :whistling

Im Bereich Berufsverkehr haben die lokalen Betreiber von Bahnstrecken die Marktlücke erkannt und bemühen sich intensiv und sind sogar trotz massiver Behinderung durch die Bahn (Stichwort Streckennetzentgelt, siehe auch Telekom >letzte Meile) kostendeckend

Im Bereich des Güterverkehrs sticht der Transitverkehr sofort ins Auge.

Lt. statistischem Bundesamt wurden 2006 107 Milliarden Tonnenkilometer im Transit durch Deutschland zurückgelegt. Für 2007 wird mit einer Zunahme von 18% gerechnet.

Wohl bemerkt. ´Hier werden nur die Fahrten durch das Gebiet der BRD hindurch betrachtet.
Nach meiner Auffassung ist es vollkommen unsinnig, diesen Verkehr hoch subventioniert  auf den Autobahnen anstatt auf der Schiene fahren zu lassen.

Ändern wird sich allerdings sicher nichts, solange es billiger ist, 2 Personen einen LKW quer durch Deutschland zu bewegen, anstatt diesen in Flensburg auf den Zug zu stellen und ihn in Italien wieder herunterzufahren.

Die Steuerung dieser "LKW-Ströme" ist alleinige Aufgabe der Politik.

Fakt 3

reden wir mal über den anderen 93% Feinstaub ?

ausgestossen dürch fertigende und verarbeitende  Industrie, private Haushalte und > Wärme und Stromerzeugung

Da wir aus der einzigen CO2-neutralen Technologie - Atomstrom - aussteigen, werden die alten Emissionsschleudern längere Laufzeiten erhalten und noch weitere 20 Jahre mehr Dreck in die Luft schleudern, als es die gesamte Autobande bei aller Anstrengung vermag.
Selbstverständlich investieren wir in das Modethema erneuerbare Energie. Allerdings auch in dem Bewussstsein, das der heutige Energiebedarf durch diese Energien auch bei positivster Sicht nicht einmal zu 50% zu decken ist ?

Unsere Zukunftstechnologien enden in der Sackgasse Wasserstoff und Raps sowie ein paar Windmühlen in der Nordsee. Die Solardächer erwähne ich lieber gar nicht.

Themen wie Kernfusion sind in Deutschland nicht mehr " en vogue" obwohl wir da mal führend waren


Alles in allem ist diese ganze Diskussion um Feinstaub wieder einmal nicht anders als die Ablenkung vom eigentlichen Thema und natürlich  "by the way" eine wundervolle "money-making-machine"

Für mich eine Farce ohnegleichen

Denn der Fehler liegt im Anfang, und der Anfang, heißt es, ist die Hälfte des Ganzen, so daß also auch ein kleiner Fehler im Beginn entsprechend große Fehler im weiteren Verlauf zur Folge hat.

Offline Marcel

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Re: Initiative Kulturgut-Mobilität
« Antwort #19 am: Mi.18.Jul 2007/ 14:28:25 »
Hallo Jochen,

ich habe unserem OB zu der Thematik folgenden Brief geschrieben:

Zitat
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

ich verfolge nun schon seit langem die Thematik Feinstaub – und muß als Ingenieur, der auf dem Fachgebiet Verbrennungsmotoren arbeitet, doch einige Kritik an den Maßnahmen zur Einrichtung einer Umweltzone loswerden. Einige Argumente wie Euro1-Fahrzeuge mit G-Kat werde ich nicht mehr nennen, dazu haben Sie wahrscheinlich schon genug gelesen.

Erst einmal müssen Sie kritisch das Verfahren zur Messung von Feinstaub betrachten. Hier werden Luftbestandteile mitgemessen, die nicht aus motorischer Verbrennung stammen – wie z.B. Quarzsand, keramische Fasern, Salze – halt alle Stoffe an der Messtation, die sich bei +52°C auf teflonbeschichteten Filtern abscheiden lassen. Daß Zigarettenrauch, der Rauch eines Grillfeuers an der Isar, Kerzenrauch, usw. Feinstaub erzeugt/enthält sei an dieser Stelle nur mal so beiläufig erwähnt. Also wird an dieser Stelle doch sehr schlampig gearbeitet – wenn man nicht in der Lage ist, den Grenzwert aus verkehrsbedingeten Emissionen zu bestimmen.

Jetzt zu den Maßnahmen. Ich selbst besitze zwei Fahrzeuge, die beide dank Kaltlaufregler die Euro2-Norm erfüllen. Diese Form der Geldschneiderei regt mich übrigens sehr auf – so ein Kaltlaufregler kann durch den Fahrer ersetzt werden, der den Motor nicht erst eine halbe Minute im Leerlauf verharren läßt, bevor er losfährt. Jetzt könnte es mir eigentlich egal sein, was mit Einführung dieser Fahrverbotszone geschieht. Aber leider ist diese Festlegung der Fahrverbotszone für Euro1-Fahrzeuge ja nur der Anfang – Verschärfungen dieser Regelungen sind ja bereits geplant.

Sie wollen/müssen die Bürger vor dem Feinstaub schützen – das gibt Ihnen die EU vor – aber Sie können dies durch sinnvolle Maßnahmen beeinflussen. Beantworten Sie mir doch bitte mal folgende Fragen:
- Warum darf der lettische Lkw ohne DPF die Großmarkthalle anfahren, aber Lieschen Müller mit dem VW Käfer das Haus nebenan nicht, obwohl der VW Käfer um Größenordnungen weniger Feinstaub produziert?
- Warum dürfen rußende Diesellokomotiven zum Münchner Hauptbahnhof fahren?
- Warum sorgen Sie nicht dafür, dass die A99 als Südumfahrung geschlossen wird? Jetzt fahren alle Lkws von Stuttgart kommend über die A96 vor zum mittleren Ring, um dann über die Brudermühlstraße zur Salzburger Autobahn zu gelangen.
- Warum erlauben Sie feinstaubproduzierenden Fahrzeugen (Euro4-Diesel und benzindirekteinspritzende Euro4-Ottomotoren) die Einfahrt in die Umweltzone, verbieten aber katlosen, nicht-feinstaubemittierenden, Vergaserfahrzeugen die Einfahrt? Jetzt antworten Sie bitte nicht mit HC- oder NOx-Emissionen – 2-Takt-Motorroller dürfen ja in die Umweltzone. Und ein Zweitakter hat wesentlich höhere HC- und NOx-Emissionen als ein Viertakter.

Ich könnte an dieser Stelle noch zwei weitere Seiten füllen, aber ich denke, dass Sie mein Kernanliegen verstehen. Mit den Maßnahmen wird die Zielgruppe getroffen, die eigentlich am Wenigsten zur Thematik „Feinstaub“ beiträgt.

Als ich vor drei Jahren nach München kam, habe ich sofort meinen Erstwohnsitz hier angemeldet – ich empfand als Anstand der Kommune gegenüber. Wenn ich hier arbeite, dann soll auch München wiederum davon profitieren. Ich interessiere mich privat sehr für Fahrzeuge aus den Siebziger Jahren – die von einigen US-Modellen einmal abgesehen alle ohne geregelten Katalysator ausgestattet sind. Seit diesem Jahr darf man seine Autos nicht mehr am Zweitwohnsitz anmelden – und wenn ich mir so ein Auto aus den Siebzigern (sagen wir einmal einen Jaguar e-type) zulege, dann bleibt mir doch eigentlich nur der Umzug auf’s Land. Sie können doch von mir nicht erwarten, dass ich die Fahrzeuge auf einem Anhänger in der Garage parke, um sie (am besten mit einem Dieselfahrzeug) aus der Umweltzone zu ziehen, bevor ich den Motor starte.

Also bitte ich Sie an dieser Stelle eindringlich, eine vernünftige Regelung zu finden. Ein paar wirksame Vorschläge habe ich hier:
- Fahrverbot für Lkws innerhalb der Stadtgrenze ab einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 Tonnen
- alle Citybusse auf Erdgas umstellen – was das Fürstentum Liechtenstein kann, sollte München auch können
- vernünftige Förderung von Erdgas-Pkws duch die regionalen Gasversorger, die Förderung in München ist geradezu lächerlich, wenn man sie mit den Angeboten der Gasversorger in anderen Städten vergleicht
- Senkung der Fahrpreise des MVVs – in München ist der öffentliche Nahverkehr wesentlich teurer als in anderen europäischen Metropolen (vgl. Milano, Amsterdam, Berlin, Barcelona, usw.)

Mit freundlichen Grüßen,
Marcel Fouquet.


Bin mal gespannt, ob ich irgendwann Antwort erhalte... .

Viele Grüße,

Marcel.
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