Autor Thema: MK1 2-Farben Lackierung  (Gelesen 2899 mal)

Offline bordeaux

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MK1 2-Farben Lackierung
« am: Do.21.Dez 2006/ 07:57:51 »
Hallo,
Mein MK1 aus USA Militärbestand besitzt eine 2-Farben Lakierung (hell-dunkelgrau)
Im Zuge der Restauration möchteich die 2-Farben Lackierung beibehalten aber in einem
anderen Farbtonkombination. Hat vielleicht jemand Fotos oder Unterlagen?
Gab es davon Originallackierungen?   

Offline Martin Welsch

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Re: MK1 2-Farben Lackierung
« Antwort #1 am: Do.21.Dez 2006/ 17:52:27 »
hallo  bordeaux ??,

Farben kann ich Dir leider nicht nennen, aber Du solltest vorher unbedingt mit einer Lackierei sprechen. Der Ami hat ja gerne den Lack genommen der sich mit unseren Lacken überhaupt nicht verträgt. Somit muß dann das gesamte Auto vom alten Lack befreit werden und ein komplett neuer Lackaufbau erfolgen. Manche sagen das man eine Trenngrundierung spritzen kann doch darauf würde ich mich nicht verlassen. Zuviele haben schon davon berichtet wie der neue Lack hochkam.
Aber das weiß der Lacker besser als ich.

Grüße

Martin

Offline Rolf Bohrmann

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Re: MK1 2-Farben Lackierung
« Antwort #2 am: Sa.23.Dez 2006/ 22:44:52 »
Hallo Bordeaux!?!,

offiziell waren werksseitig keine serienmäßigen Two-Tone-Paintures im Verkaufsprogramm, wobei jedoch gegen gesonderte Bezahlung Sonderfarbtöne anderer Jaguarfahrzeugtypen oder sogar in jeder Farbe nach Kundenwunsch geordert werden konnten. Für einige Exportmärkte jedoch wurden auch verschiedene Farbkombinationen aus den Standardfarbtönen angeboten. Wahrscheinlich dürften das auch die U.S.A. gewesen sein.

Die serienmäßigen Farben waren wie folgt:

Perl Grey
Dove Grey
Birch Grey
Lavender Grey
Battleship Grey
British Racing Green
Suede Green
Pastel Green
Old English White
Pastel Blue
Black
Maroon
Imperial Maroon
Claret
Sherwood Green
Forest Green
Indigo Blue
Cotswold Blue
Carmin Red

Wie Martin bereits geschrieben hat, sollte der Lack unbedingt bis auf das blanke Blech komplett entfernt werden, da nicht nur die Amerikaner sondern auch die Engländer ab Werk thermoplastischen Lack bis in die 80-er Jahre verarbeitet hatten, der sich mit den heutigen Lacken zwar dank Sperrlackschichten chemisch verträgt, auf Dauer jedoch nicht. Thermoplastische Lacke bleiben auch nach Jahrzehnten - wie der Name schon sagt - bei Einwirkung von Wärme (warmes Wetter und Sonne) plastisch, werden also weich und dehnen sich aus.

Moderne Lacke werden im Laufe der Jahre immer härter, da die Fluxanteile / Weichmacher immer mehr aus dem Lack diffundieren.

Das Verhalten der beiden Lackarten wenn das Auto in der Sonne steht ist dann so, daß der thermoplastische Lack sich ausdehnen will, die Acryl- oder Wasserbasislacke dies aber nicht mehr zulassen wollen und dazu kommt noch, daß sie das von Jahr zu Jahr auch weniger können. Und irgendwann platzt dann der Kragen oder das Korsett beziehungsweise das Lackhemd - und das ist die oberste, die neue, harte Lackschicht. Alle, die thermoplastische Lacke bei einer Neulackierung mit den zuvor genannten modernen Lacken nicht komplett bis auf's Blech entfernt haben, fahren eine - bezogen auf die Lackierung - Zeitbombe spazieren. Irgendwann kommt's ganz bestimmt, da hilft auch die lackierte Sperrschicht nicht. In die Risse dringt Feuchtigkeit und Wasser ein und unterwandert die obere Lackschicht immer mehr. Sieht ganz toll aus, wenn sich die Lackschicht an den gerissenen Stellen abhebt und durch das weitere Schrumpfen sich klaffende, nach oben gewölbte Fugen bilden, in welchen man mit den Fingernägeln den abgehobenen Lack einfach abbrechen kann.

Viele Lackierer wissen das nicht und vertrauen einfach auf die von den Lackherstellern angebotenen technischen Möglichkeiten ohne die physikalischen Hintergründe zu wissen. Wenn es dann zum Schaden kommt, ist die Gewährleistungsfrist abgelaufen und der Kunde ist der Dumme. Daher auf nichts einlassen und wenn's gar nicht anders gehen sollte, zu einem Lackierer wechseln, der sich mit der Materie thermoplastischer Lacke noch auskennt. Vielleicht ist dies im ersten Moment etwas teuerer, aber auf Dauer gesehen entfällt die Wiederholung der doch aufwendigen Lackierarbeit.

Solltest Du an den alten Farbcodes interessiert sein, schick mir eine E-Mail.

Gruß
Rolf B.