Autor Thema: Bruchstellen  (Gelesen 12910 mal)

Offline Gerd Münch

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Bruchstellen
« am: Sa.22.Mär 2008/ 11:13:54 »
Guten Morgen die Damen und Herren hier im JOC,

kennt einer der geschätzten Herrschaften eine Möglichkeit die Bruchstellen, des als Bilder nachfolgenden Spritzgusses wieder dauerhaft miteinander zu verschmelzen?

für alle zielführenden Ideen und Vorschläge bin ich offen ...

Gruß
me. Gerd Münch
« Letzte Änderung: Sa.22.Mär 2008/ 12:22:22 von Gerd Münch »

Offline Montana

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Re: Bruchstellen
« Antwort #1 am: Sa.22.Mär 2008/ 13:42:42 »
Hallo Gerd,
als Metallbauer muß dir leider sagen, das schaut übel aus. Manche Spritzgußsorten lassen sich mit Aluminiumlot löten, aber bei weiten nicht alle.Bei einem Versuch funktioniert das, oder das Teil ist zerstört!! :tongue! Dann ist da noch die Verchromung, die dadurch in jeden Fall in mitleidenschaft gezogen wird.
Es kommt natürlich auch darauf an, was das gezeigte Teil aushalten muß. Dann könnte man das Teil vielleicht auch kleben, mit einem Zweikomponenten Metallkleber.
Kommt auf den Versuch an.
Gruß
Mike
Cowboy Up

Offline Montana

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Re: Bruchstellen
« Antwort #2 am: Sa.22.Mär 2008/ 13:51:56 »
Ach so,
natürlich besteht noch die möglichkeit der Nachfertigung, am besten aus Edelstahl.
Machbar ist alles. ;)
Gruß
Mike
Cowboy Up

Offline Dietrich

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Re: Bruchstellen
« Antwort #3 am: Sa.22.Mär 2008/ 14:23:43 »
Moin Gerd,

ich denke, dass alle Versuche, einen Hupenring an den am stärksten beanspruchten Stellen zu löten oder zu kleben, danebengehen werden.

Ich frage mich bloß, wie es zu der Situation kam .........

kind regards
Dietrich

Offline Rolf Bohrmann

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Re: Bruchstellen
« Antwort #4 am: Sa.22.Mär 2008/ 14:36:35 »
Hallo Gerd,

dieses Material nennt sich Zamak (Zink Aluminium Magnesium Kupfer). Ich wollte darüber schon immer mal einen Artikel schreiben, da es nur ganz, ganz wenige Firmen / Leute gibt, die sich wirklich mit der Aufbereitung auskennen.

Teile aus Zamak befinden sich an alten Jaguarfahrzeugen fast überall. Zum Beispiel die Grundträger der Rückleuchten, Blende des Kofferraumschlosses, Griff des Kofferraums, Türgriffe, Hupenringe, Kühlergrillabdeckungen etc.

An meinem MK II habe ich alle Zamak-Teile aufbereiten lassen müssen, da die Chromoberfläche wie von Pocken übersäht aufgebrochen war. Die allererste Adresse und für mich die einzig wahre Adresse für solche Arbeiten in Deutschland ist Willy Krieg in Leverkusen. Als Spezialist für Restaurationen oberflächenbehandelter Teile von Vorkriegsfahrzeugen wie Bugatti, Maybach, Mercedes-Benz, Horch usw. kennt er sich mit dem Vorkriegsmaterial Zamak sehr gut aus.

Er ist nicht billig, (Hildegard hatte seinerzeit fast der Schlag getroffen) aber was er macht, ist fast zu schade, als daß man es wieder an das Fahrzeug anbringt. Aber den Arbeitsaufwand, der betrieben wird, um eine dauerhafte Teilerestauration zu erhalten ist auch sehr groß. Alle aufgebrochenen Chrompocken, und die sind pro Teil manchmal unzählig, werden einzeln aufgebohrt und das weiße, korrodierte Material entfernt. Anschließend werden alle Löcher wieder mit Material ausgelötet, die Oberfläche verschliffen und dann traditionell verkupfert, vernickelt und verchromt. Das Entfernen der alten Chrom-, Nickel- und Kupferoberflächen erfolgt mechanisch per Hand, da die Gefahr des kompletten Auflösens vom Zamakteil beim chemischen Abtragen doch zu groß ist. Da kann es passieren, daß nur noch der Haken wieder aus dem Säurebad herauskommt, an welchem das Zamakteil angehängt war.

Ich gehe davon aus, daß Willy Krieg auch für das dauerhafte Zusammenfügen Eures Hupenrings eine Lösung hat. Solltest Du zur Techno Classica fahren, wirst Du ihn zu 99% als Mitaussteller in der Halle, wo die Teilehändler sind finden - und zwar dort, wo so schöne große Scheinwerfer von Horch, Maybach etc. auf der Auslage liegen. Er ist nämlich auch spezilisiert für Reflektorversilberungen und arbeitet unter anderem für die Jungs der Werksmuseen von Audi, Daimler sowie für die gesamte Riege von Bugattifreaks und die wissen was sie an Willy Krieg haben.

Ich kann Dir auf Wunsch auch per PN seine Telefonnummer geben.

Schöne österliche Grüße

Rolf B.   



Offline JagDriver

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Re: Bruchstellen
« Antwort #5 am: Sa.22.Mär 2008/ 19:13:17 »
Hallo me.gerd,

mein Tipp wäre, mal einen guten Zahntechniker zu befragen, ob der Dir nicht helfen kann. Die fummeln doch immer an solchen filigranen Baustellen rum. :Cool2*

Ich kenne da einen... :whistling

Gruß
Detlef
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Offline Dietrich

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Re: Bruchstellen
« Antwort #6 am: So.23.Mär 2008/ 02:03:21 »
Moin Rolf,

die Sache mit den Pickeln kenne ich u.a. von Hupenringen, Einfassungen von Rückleuchten, Tür- und Kofferraumgriffen etc. pp. insbesondere an den Volvo-Amazonen. Bei den beiden Katzen habe ich bisher bis auf den Kühlergrill beim XJ Glück gehabt.

Bis dato hatte ich mir allerdings nie Gedanken gemacht, wie unglaublich aufwändig und kostenintensiv die Restauration sein kann..... !

Wie kommt es denn zu diesem pockigen Zustand ? Sind Risse im Chrom und Wasser bzw. Salz die Ursache ?

kind regards
Dietrich

Offline Gerd Münch

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Re: Bruchstellen
« Antwort #7 am: So.23.Mär 2008/ 06:18:35 »
Guten Morgen,

und Dank an die Beteidigten, für die Informationen und Ratschläge ....

bevor ihr glaubt ich fahre nun ohne Hupe!, Nein ich habe ein Ersatzteil und dieses auch schon montiert.

... meine Frage zielte interessehalber in die Reparatur des defekten Hupenringes.

Ich frage mich bloß, wie es zu der Situation kam .........

Excessives Nutzen der Hupe in den Bergprüfungen zur Einhaltung der Sollzeit, bei gleichzeitigem Warnen der anderen Teilnehmer vor unserem Überholvorgang ...  :whistling

gruß
me. Gerd


Offline Rolf Bohrmann

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Re: Bruchstellen
« Antwort #8 am: So.23.Mär 2008/ 10:07:46 »
Guten Morgen Dietrich,

da ich es Dir mit eigenen Worten nicht so perfekt erklären kann, nachfolgend eine Zusammenfassung aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie:

Lochfraßkorrosion (auch Lochkorrosion oder Lochfraß) bezeichnet kleinflächige, aber oft tiefe Korrosionen von Metall. Lochkorrosion tritt bei passivierten Metallen auf, die sich in einem chlorid- oder bromidhaltigen Elektrolyten befinden.


Entstehung  [Bearbeiten]: Aus der Oxidschicht des passivierten Metalls wird Sauerstoff durch Chlorid- bzw. Bromidionen verdrängt. Durch Anlagerung von weiteren Chlorid- und Bromidionen entsteht ein Bereich, der nicht mehr durch eine Oxidschicht geschützt ist. Diese Stelle bietet nun einen Angriffspunkt für Korrosion.

Unter günstigen Umständen kann es zu einer sogenannten Repassivierung kommen: Das Chloridion wird wieder durch Sauerstoff verdrängt, die schützende Oxidschicht ist somit wieder "repariert".

 
Initiierung der Lochkorrosion: Andernfalls schreitet die Lochkorrosion fort. Folgende Mechanismen fördern die Lochfraßkorrosion:

1. Ins "Loch" kommt weniger Sauerstoff, dadurch wird die Repassivierung behindert. Da der Sauerstoffgehalt außerhalb des Lochs wesentlich größer ist als im Loch, bildet sich außerdem ein Konzentrationselement

2. Das kleine Loch bildet die Anode, die restliche Oberfläche die Kathode. Da die Korrosionsgeschwindigkeit durch die Größe der Kathode bestimmt wird, schreitet die Reaktion mit großer Geschwindigkeit voran.


Ich denke für uns beide "Jaguar-Altmetaller" ist diese Wikipedia-Erklärung ausreichend genug und wir sollten nur hoffen, daß unser geliebter Chrom auf den Zamak-Teilen recht lang geschlossen bleibt, um den bösen Lochfraß zu verhindern.

Ein schönes Osterfest wünscht aus der leicht verschneiten Kurpfalz

Rolf B.   

Offline Peter. J. Ortmann

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Re: Bruchstellen
« Antwort #9 am: So.23.Mär 2008/ 21:29:37 »
Spritzgusses wieder dauerhaft miteinander zu verschmelzen?

Das ist kein Spritzguß, sondern Druckguß.  Diese Unterscheidung ist insofern bedeutsam, da Druckguß aufgrund der hohen Formenkosten nur für große Serien eingesetzt wird.  Ergo wäre der einfachste Weg wohl die Ersatzbeschaffung.  Ob das Teil schweißbar ist .. mhm? Beim nächsten Auffahrunfall bricht der Bügel und dann gibt's ein hübsches Blutbad, also besser keine Experimente.

Eine Restauration dieser Zierleiste beim sündhaftteuren Spezialisten kann man natürlich machen.  Doch würde ich wohl eher das Teil nachbauen - nicht CrNi, sondern CuZn40 - und dann verchromen oder versilbern.  Kommt auf das Gleiche raus,  meint - : Peter
Six Six