Linksgesteuerte Wagen ohne Rost sind sehr selten und werden kaum unter 20.000 € verkauft - der Aufwand den Rost zu beseitigen ist hoch - daher kommen wohl auch die teilweise sehr gesalzenen Preise !
Ich habe ja seit ca. 1 1/2 Jahren einen Mk2 im Komplett-Neuaufbau. Die damals gekaufte Basis sah gar nicht so übel aus, doch je tiefer wir "vordrangen" desto klarer wurde: entweder alles oder gar nichts. Dabei war der Wagen nachweislich über 35 Jahre trocken eingelagert...
Vor diesem Hintergrund waren die ca. 200 Spengler-Stunden nicht mal so arg viel, der Mk2 hat nämlich eine Unmenge an schwerst zugänglichen Hohlräumen, in denen unser roter Freund nistet und sich ausbreitet...
...also sollte man entweder ein fertig restauriertes Exemplar kaufen, dessen Dokumentation man sich ausführlich zu Gemüte führt. Oder sich darauf einstellen, daß irgendwann (will man das Auto lange behalten und Freude daran haben) das richtig große Reinemachen auf einen zukommt. Natürlich erzähle ich keine Neuigkeiten, wenn ich zusammenzähle und sage: für eine "blitzblanke rostfreie Karosse inklusive Rostvorsorge und guter Lackierung" gehen sehr schnell an oder über € 30.000 den Bach hinab (Fachwerkstätten, Mwst, alles sauber und "offiziell").
Zur Technik: man kann einen RHD natürlich (wie bei mir geschehen) auf einen LHD umbauen. Ich habe in dem Zuge gleich eine servogestützte Zahnstangenlenkung angeschafft (die originale Lenkung wird eingelagert).
Die Blattfederung ist, sofern sie überholt wurde und die richtigen Spannungswerte aufweist, so schlecht nicht, damit lassen sich durchaus ordentliche Kurventempi erreichen. Es gibt ausgezeichnete Koni-Dämpfer als Kit, die dem Fahrverhalten nochmals deutlich wohltun.
Die Scheibenbremsen kann man auf vorne innenbelüftet und 4 (?)Kolben-Anlage recht einfach und nicht zu teuer umrüsten, sehr sinnvolle Sache!
Die BW35 (Borg Warner Automatik) frisst in der Tat alles an Spaß auf, was die guten alten XK-Reihensechser aufzubieten hätten. Wenn man es mit der Originalität nicht so sehr hat, kann man immer umrüsten - ich habe hierzu sowohl die originale BW35 als auch ein 4Gang-Overdrive-Getriebe von Jaguar (das gute synchromesh) eingelagert. Einbauen werde ich aber ein Tremec-5-Gang-Getriebe, das läßt sich zügig durchschalten und alleine dadurch gewinnt man ordentlich an Schwung, denn das synchromesh ist zwar wie Sahne zu schalten, will aber eine absolut exakte Führung beim Gangwechsel und will beim Wechsel der Gänge auch mal kurz durchatmen. Das frisst Längsdynamik

Zum Motor - da die XK-Motorblöcke sich äußerlich gleichen wie ein Ei dem anderen, kann man ohne weiteres einen 3.4l Block gegen einen 4.2l Block z.B. aus einem XJ S1 tauschen (was ich bei meinem Exemplar auch machen werde ... auch hier bitte ich um Verständnis: Originalität ist für mich immer das, was man damals hätte machen können und nicht, wie es 1:1 aus der Fabrik kam

).
Was will ich mit all dem sagen?
Der Mk2 ist ein wunderbares Auto, auch als Alltagsbegleiter für alle Straßen ohne Salz, natürlich mit eingeschränkter Scheibenwischer-Effizienz (das können sie alle nicht, die classic cars), für den Stadt- wie den Fernverkehr.
Ein sauber restauriertes Exemplar sollte man "as is" geniessen. Ein echtes "Projekt" kann einfach auch mal das Doppelte eines Zustand 1- Exemplar kosten, bis es auf diesen Zustand gekommen ist.

Ich persönlich würde, stünde ich wieder vor der Wahl, IMMER zum sauber und nachvollziehbar restaurierten Exemplar greifen und es dann, sofern noch nicht geschenen, mit dem einen oder anderen der og. "Gadgets" zu einem wirklich sensationellen "Drivers Car" aufbauen. Exemplare unter € 20-25.000 fallen garantiert nicht in die Klasse der "guten Restaurierungen"...