Also ich finde schon die in Foren und Clubs häufig praktizierte Art und Weise sich durch entsprechende Geschichten einen Namen als vermeintlichen Guru aufzubauen um dann irgendwelches Zeug oder Dienstleistungen (z. B. Seminare) im Forum zu verkaufen, widerlich.

Diese Methode erfolgt immer nach den gleichen Schemen und meistens funktioniert sie sehr gut. Die breite Masse in dem jeweiligen Foren hat keine Ahnung und glaubt die Geschichten des Gurus, einzelne Leute mit Ahnung und kritischer Meinung werden überrannt. Das findet man auch in deutschsprachigen Jaguar Foren, hier wird z. B. regelmäßig für Anbieter von NoName-Ersatzteilen geworben.
In diesem Fall erfolgte die Mythenbildung um die Kompetenz des Protagonisten schon mit der Namenswahl im Forum; auch in der Signatur und in vielen Beiträgen wird penetrant auf die Eigenschaft des "ex-Jaguar engineer" hingewiesen. Die eigentliche Produktwerbung wird in einer Geschichte von Adam und Eva begonnen, die mit permanenter Selbstbeweihräucherung und angeblichen Taten und Erfolgen ausgeschmückt ist. Zuletzt kommt das Unvermeidbare - der Protagonist hat sich durch Bitten und Betteln von vielen, nicht näher benannten Leuten breitschlagen lassen, das Produkt gnädigerweise auch dem einfachen Volke zum Verkauf anzubieten. Das macht er natürlich völlig selbstlos, aus reinem Altruismus.
Das weitere Marketing bei solchen Angelegenheiten besteht dann oft darin, dass einige andere, meist vielschreibende, Forennutzer das Produkt mit Nachlaß oder sogar geschenkt bekommen, und dann von ihren tollen Erfahrungen schreiben. Im optimalen Fall loben Leute das Produkt sogar, ohne dass sie es schon selbst ausprobiert haben. Wenn die Herde mal rennt, rennen alle mit.
In diesem Fall habe ich nur die ersten Beiträge des Threads in dem "jaguarforums" sowie einige andere von dem Typen erstellte Threads angeschaut, z. B. das Angebot zu Seminaren. Wenn irgendwo noch was Wichtiges oder Relevantes steht bitte ich um Info.
Zur Technik der Zündungs-Frühverstellung - Jaguar hat wie jeder Hersteller von alltagstauglichen Serienfahrzeugen beim Zündzeitpunkt Sicherheitsreserven, man kann auch sagen einen Sicherheitsabstand eingebaut.
Auch wenn der Motor mal länger gelaufen hat, Ablagerungen und Verunreinigung für ein früheres Erreichen der Klopfgrenzen sorgen, das Auto mal sehr widrigen Bedingungen und Belastungen ausgesetzt ist, soll der Motor nicht klingeln.
Der Guru reduziert nun mit seiner Frühversetzung des ZZP den Sicherheitsabstand radikal und pauschal. Um 5 Grad. Nicht um 3,8 Grad oder 6,2 Grad. Um genau 5 Grad. Hört sich nicht gerade nach einem Ergebnis von umfangreicher Forschung und Entwicklung an. Eher nach willkürlicher wird-schon-nichts-passieren-Auswahl. Und das Ganze wird offenbar jedem angeraten, egal ob er in der Sahara lebt und mit dem Auto schwere Viehanhänger zieht, sich täglich durch den Statverkehr von Rio quält oder auf deutschen Autobahnen jeden Sonntag morgens hundert Kilometer Vollgas fährt.
Bei einem Motor mit Klopfsensorik ist das Risiko geringer, bei Motoren ohne Klopfsensorik kann es gutgehen oder auch nicht. Bei dem aufwändig gedämmten Jaguar braucht man schon gute Ohren um ein etwaiges Klingeln zu hören.
Wie gesagt halte ich in erster Linie die Vermarktungsweise für unredlich. Eine Zündungs-Frühverstellung kann in dem einen oder anderen Fall positive Auswirkungen haben. Man sollte genau wissen was man tut. Nebenwirkungen gibts natürlich immer, in jedem Fall.
KC