Moin!
Eine sehr wage Aussage: "zu viel Spiel".
Deswegen: Woher nimmst du die Erkenntniss?
Grundsätzlich werden Differenziale mit "Null auf Tellerrad" eingebaut bevor irgend etwas zum Einstellen da wäre.
Danach wird dann das Ritzel in den Hals eingepaßt.
Gesetzt den Fall, dein Planetensatz war noch nicht auseinander oder ausgebaut ist ein erhöhtes (zu hohes) Flankenspiel durch ein einfaches Bewegen der Hinterräder nicht zu diagnostizieren.
Die Winkelbeweglichkeit der Hinterräder kann durchaus auch mal 25° betragen und trotzdem ist alles in Ordnung.
Ein eindeutiges, definitives Anzeichen eines zu hohen Flankenspiels bei den sehr leisen Hypoidverzahnungen ist das "Singen" beim Fahren. Tritt das auf kann man erstmal bedenkenlos etwa 0,02-0,05 dichter einstellen. (bis es eben weg ist)
Aber auch hier ist nicht das eigentliche Zahnspiel der Verursacher sondern ein verschobenes Tragbild! (Was erhöhtes Zahnspiel zu Folge hat)
Ansonsten hilft hier ausschließlich eine Tragbildanalyse, heißt:
Tellerad und Ritzel fettfrei waschen, Ritzel mit Tuschierfarbe bleuen und dann von Hand verzahnen.
Die Kontaktfläche sollte mittig in der Zahnlänge liegen und eine gestreckt ovale Form zeigen.
Bezogen auf die Gesamtfläche der Eingriffsbreite des Zahnes sollte die Kontaktfläche im unbelasteten Zustand mindestens 40% der Flankenfläche aufweisen.
Diese Analyse ist viel wichtiger als das sogenannte "Zahnspiel", hier sind Flankenspiele im Modulbereich von um die 4-6 von 0,5mm durchaus akzeptabel da es sich bei KFZ-Differenzialen nicht um "stark reversierende" Antriebe handelt.
Gruß
Peter