Hallo Martin,
ich habe mir diese Sache noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Ich nehme an, dass Du auf Silikonbremsflüssigkeit umgestiegen bist, weil diese Bremsflüssigkeit nicht hygroskopisch ist. Das ist natürlich richtig, hinzu kommt, dass diese Flüssigkeit sehr gute konservierende Eigenschaften hat, was wiederum den Metallteilen der Bremsanlage zu gute kommt.
Mit Sicherheit wurden diese Auflagen insbesondere von der amerikanischen Armee gefordert, weil ein großer Teil ihrer Fahrzeuge vorwiegend in Depots stehen. (US-Norm FMVSS Nr. 116 = Federal Motor Vehicle Safety Standards) Für Armeefahrzeuge sind solche Standards natürlich nachzuvollziehen, aber sind sie für unsere zivilen Fahrzeuge unbedingt notwendig?
Gegenüber diesen positiven Eigenschaften müssen allerdings auch einige negative hingenommen werden.
Die nicht vorhandene Hygroskopizität der Silikonbremsflüssigkeit macht es unbedingt erforderlich, das Eindringen von Wasser in das Bremssystem (was an vielen Stellen erfolgen kann) zu verhindern. Denn eingedrungenes Wasser würde, da es von dieser Bremsflüssigkeit nicht gelöst werden kann, bereits bei 100° sieden und bei 0° auskristallisieren und langfristig dann auch zu Korrosionsbildung im System führen. Weitere Nachteile der Silikonbremsflüssigkeit sind deutlich höhere Kompressibilität (Faktor 2,4), die einen längeren Pedalweg ergibt und ein schlechteres Schmierverhalten. Über die schlechtere Verträglichkeit der Silikonbremsflüssigkeit gegenüber der im Bremssystem vorhandenen Elastomere (Gummimaterialien) brauchen wir wohl nicht weiter zu diskutieren.
Ich denke, es ist eine Überlegung wert, eventuell doch wieder auf Glykolbremsflüssigkeit umzusteigen, auch wenn sie alle zwei Jahre gewechselt werden sollte.
Gruß Detlef