Autor Thema: Schmierung Zylinderkopf XK-Motor  (Gelesen 4084 mal)

Offline Dietrich

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Schmierung Zylinderkopf XK-Motor
« am: Sa.30.Jun 2007/ 12:54:59 »
Moin gents,

ich finde trotz umfangreicher Suche keine Zeichnung bei meinen Unterlagen über die Ölschmierung des Zylinderkopfes im Rahmen einer Schnittzeichnung o.ä. .

Der Grund: Da der dritte Zylinder bei meinem XJ 6 hat mit 6 bar ein bisschen wenig Kopremüse hat und im Standgas nicht mitläuft habe ich die Deckel mal abgenommen und nach dem Ventilspiel mal gesehen.

Dabei ist mir aufgefallen, dass in Höhe des dritten und vierten Zylinders auf der Auslaßseite kaum Öl vorhanden war, während in Höhe aller anderen Zylinder beidseitig Öl bis zum Rand stand. Ausserdem hat sich die Stößelbecherführung beim dritten Zylinder gelöst, nach oben bewegt und mit den Kanten zwei Ringnuten in die Nockenwelle geschliffen, ohne aber den Nocken bisher anzugreifen.

Deshalb meine Fragen:

1. Wie bekomme ich die Stößelbecherführung wieder im Aluminiumkopf dauerhaft fixiert ?       ( Mir fällt hierzu u.a. Industriekleber oder Loktite ein)

2. Wer kann mir mit einer Zeichnung über die Motorschmierung im Zylinderkopf weiterhelfen ?
(Die Schmierung der Nockenwellenlager ist mir bekannt: Steigleitung am Motor - Ringnut in Lagerschalen und Löcher in Lagerflächen der Nockenwelle - Nockenwelle hohl)

Danach kümmere ich mich dann um die fehlende Kompremüse.

Danke im voraus
kind regards
Dietrich

Offline clasen_collection

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Re: Schmierung Zylinderkopf XK-Motor
« Antwort #1 am: Sa.30.Jun 2007/ 20:22:36 »
Hallo Dietrich,

wenn Stößelbecherführung die deutsche Übersetzung für tappet guide ist, dann gilt das folgende. Ich selbst habe noch keine live gesehen, sollte ich also daneben liegen, zerreißen Sie bitte die Nachricht und werfen Sie sie in den Papierkorb:

Dass die Stößelbecherführung (ab sofort ist das mein Lieblingswort) dazu neigt sich zu lösen und hochzukommen, ist beim 4,2-Liter-Motor in der englischsprachigen Literatur ein viel diskutiertes Thema. Um das zu verhindern, gibt es seit langem sogenannte stakedown kits, das sind im wesentlichen Schrauben, die in eine am Rand der Führung eingebohrtes und mit Gewinde versehenes Loch eingeschraubt werden und mit ihrem Kopf den Kragen der tappet guides (Stößelbecherführungen) unten halten (stakedown). Das geht mit diesen kits wohl immer gut, andererseits scheinen auch einfache Schrauben dort ihren Dienst zu tun.

Ein Bild dieser Maßnahme suche ich, sobald ich es gefunden habe, poste ich es hier. Ein norwegischer XJ6-Fahrer hat seine Erfahrungen mit der einfachen Schraubenlösung (weil selbst der Großhandel das stakedown kit nicht vorrätig hatte) im Internet veröffentlicht. Die Publikation findet sich bei jag-lovers, aber ich weiß nicht mehr genau wo. Ich glaube aber, dass Google unter stakedown kit, Jaguar und XK-Motor etwas dazu liefern müsste.

Jedenfalls heißt es bei den Befürwortern dieser Maßnahme übereinstimmend, dass Überhitzung an dem Problem schuld sein soll, vielleicht auch die Tatsache, dass das wohl recht simple Graugussteile sein sollen, die wohl auch brechen können. Jedenfalls sollen sie, wenn sie hochkommen, von dem Nocken regelrecht zerbröselt werden. Der Einbau von anderen (Messing - ist das möglich?) soll wohl unter bestimmten Umständen das Problem beseitigen, wenn ich mich recht erinnere. Angeblich hat es bei Citroen passende gegeben, und ein amerikanischer XJ-Kollege hat sich wohl ein halbes Tausend machen lassen und wartet jetzt bis zum Sankt Nimmerleinstag auf Abnehmer, zumindest habe ich das auch irgendwann bei jag-lovers gelesen.

Bitte alle Angaben mit Vorsicht genießen, denn meine Kenntnisse vom Motor beschränken sich bisher auf die Orthographie: Ich kann den richtigen Plural bilden. Der heißt nämlich nicht "Motore", sondern "Motoren". Ist doch auch schon 'was, nicht? Deshalb weiß ich auch nicht, wie das Öl dahin kommt, oder warum nicht, aber ich bin gespannt auf unsere Experten.

Viel Efrolg!
c-c
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Offline clasen_collection

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Re: Schmierung Zylinderkopf XK-Motor stakedown kit
« Antwort #2 am: Sa.30.Jun 2007/ 20:29:47 »
Hi Gents,

hier das versprochene Bild. Ich hoffe, es trifft das Thema.

Das nächste, was ich tun werde, wenn ich Zeit habe: Ich werde nach meinen Stößelbecherführungen sehen!

c-c
beauty first

Offline clasen_collection

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Re: Schmierung Zylinderkopf XK-Motor tappet stakedown kit
« Antwort #3 am: Sa.30.Jun 2007/ 20:55:44 »
Hi Gents,

gut, wenn man Ordnung in seinem Jaguar hat: Ich habe den Autor gefunden, der die Schrauben da hineingedreht hat. Aus seiner Publikation stammt das obige Bild. Die sonst um die 50 US-Dollar verkauften kits bestehen offensichtlich aus nur drei Schrauben, die jeweils eine Art Unterlegscheibe halten, die ihrerseits in der Mitte zweier Stößelventildingsbums positioniert werden und damit beide an ihrem Kragen unten halten. Damit wird in der Regel die Auslass-Seite bepflastert, weil die heißer wird (Richtung Süden wird's, scheint's, auch im Motor heißer). Will man auch den Eingang zumauern, braucht man zwei kits - 100 $ oder so. Die Schrauben sind dagegen wohl recht günstg, man braucht aber sechs pro Seite. Gebohrt wird am lebenden Zylinderkopf, Ölwechsel anschließend wird empfohlen. Wichtig scheint mir der Hinweis auf professionelle Hilfe. Ohne einen, der sich mit diesen Dingen auskennt, scheint das Unternehmen waghalsig zu sein.

Hier ist der O-Ton Gunnar Helliesen von vor 10 Jahren. Ob er inzwischen seinen Jag verschrotten musste, weiß ich nicht, aber wir könnten ihn ja 'mal fragen:

An alternative XK Stakedown methodAn alternative XK Stakedown method
The conventional wisdom on the Jag-Lovers XJ-Lovers mailing list seems to be
that if your Jaguar XK engine develops loose tappet guides you should purchase a
so called Stakedown kit from a parts vendor and have it installed by a
professional Jaguar mechanic.
I beg to differ.
Before I go into details on how I solved the problem, here's a link to the
Jag-Lovers XK Engine Tappet Retainer Stakedown FAQ. Read it through before you
do anything else and come back here if you'd like an alternative view.
So you're back, eh? OK, here goes:
I live in Norway and none of the parts vendors around here had even heard of a
stakedown kit so I decided to do without. The Norwegian Jaguar dealer (yes, we
only have one) even recommended I do it this way.
The procedure is simple: Instead of drilling holes where they are not needed and
introducing lots of Big Pointy Metal Objects that could do a lot of harm if they
ever worked their way loose, I simply inserted a screw beside each tappet guide
holding it in place. When I say "I" I mean a friend of mine who knows his way
around a machine shop (he owns and operates one). Trust me on this one:
Recruiting help from a professional for this operation is not a defeat.
The procedure:
Click any image for a larger 1024x697 version (~180KB).
Note that when I describe in the text what you can see in
the pictures I'm referring to the large version of the
pictures.

Bild 1. Overview of the engine with the LHS cam cover off.
You can clearly see one screw in place and the grease for
keeping drill shavings under control. You can also see the
paper stuffed into every opening in the head to prevent bits
and pieces (and shavings!) from falling into the engine.
Before doing anything else you should make sure that all the
tappet guides are firmly seated at the bottom of their seats
in the head. This is easy enough to measure, just compare all
six (or twelve if you're doing both sides).

Bild 2. Drilling the holes. Each hole was drilled at an angle
just slightly cutting into the tappet guide itself. The holes
where then tapped and the grease removed. I spent several hours
making sure I got every little bit of metal shaving out of there
before I put the cam cover back on.

Bild 3. One screw in place. You can see that the screw is sitting at
an angle, the bottom end cutting into the tappet guide (but not
through it!). You can also see that the head of the screw is
holding the lip of the tappet guide, securing it firmly (yellow
arrow). The screw is secured with Loctite™.
You can also clearly see the damage done to the tappet guide by
its direct contact with the cam lobe, small chips are missing
around the inner edge (red arrows).

Bild 4. siehe oben. Job done and ready to put the cam cover back on. Note how
clean everything is, make sure you get all the shavings out!
Oh, and don't forget to remove the paper/cloth you stuffed into
the openings in the head...
After completing the job I immediately changed the oil and filter
without starting the engine first. I then drove the car for
one day and changed the oil and filter again just to make sure.
You should too.

Copyright © 1997, Gunnar Helliesen, gunnar@bitcon.no

Ich hoffe, dass Herr Helliesen sich jetzt freut...
c-c
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Offline Guenter Seelinger

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Re: Schmierung Zylinderkopf XK-Motor
« Antwort #4 am: Sa.30.Jun 2007/ 21:34:26 »
Guten Abend,

ich hatte mal das Vergnügen mit einem ausgeschlagenenen Stößelbecher.  :gr_bad*

Nach Ausbau der Nockenwelle und Abnahme des Bechers zeigte sich, dass der Vorgang bereits ziemlich weit fortgeschritten war und mir wurde von der Schraubenlösung abgeraten, da wenig Aussicht auf dauerhaften Erfolg. Statt dessen wurde der Zylinderkopf in einem Fachbetrieb bearbeitet und ein Becherchen nebst Führung mit Übermaß eingesetzt. Seit dem ist Ruhe  8)

Ist die Sache nicht zu sehr ausgeschlagen, hilft entweder das Kit oder - wie bereits erwähnt - eine Schraube für die Führung und eine quer durch den Kopf, die den Becher stützt und vom Verkanten abhält.

Viel Erfolg,
Günter 2


Offline Dietrich

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Re: Schmierung Zylinderkopf XK-Motor
« Antwort #5 am: So.01.Jul 2007/ 08:39:58 »
Danke meine Herren,

die Schraubensicherung wurde auf der Auslaßseite an drei Stößelbecherführungen gewählt. Zwei haben in den vergangenen Jahren gehalten. An einer ist erst eine der Schrauben rausvibriert und danach der Kopf der zweiten Schraube abgeschert, so dass die Führung hochgekommen ist.

Ich habe die Führung wieder zurechtgerückt und in das verbliebene Loch eine Schraube fest reingedreht und mit loktite gesichert. Abwarten, was passiert. Letztendlich habe ich das Problem der mangelnden Kompression und den dauerhaften Aussetzern am dritten Zylinder auch nicht in den Griff bekommen, so dass der Kopf runter muss zum nachsehen.

Schöne Grüße
Dietrich